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HP unter den Top 10 beim IM Maastricht

[von HP] Nachdem mein letzter Start bei einem LD-Triathlon bereits fast 3 Jahre, September 2019 Challenge Almere, zurück liegt. War die Teilnahme am IM Maastricht auch mit vielen Fragezeichen versehen. Die Generalprobe bei der Kurzdistanz in Obertrum hat ja erstaunlich gut funktioniert. Aber war das nur Zufall, eine Eintagsfliege, oder steckt da mehr dahinter?

Der IM würde es beweisen.


Anreise nach Maastricht am Donnerstag vor dem Rennen. Sofort die Registrierung erledigt und um 13.00 Uhr an der offiziellen und geführten Besichtigung der Radstrecke teilgenommen. Ergebnis ich hatte danach echt ein mulmiges Gefühl. Aufgrund von Personalnot (Absperrkräfte) wurden aus 2x 90km, 3x 60, der flache und auf besseren Straßen geführte nördliche Teil wurde auf unbedingt notwendige 15km gekürzt und der Rest, 45km, führte im Süden durch die hügelige Limburger Landschaft. Ansich sehr nett, aber auf schmalen Nebenstraßen, mit vielen scharfen Kurven, engen steilen Abfahrt unteranderem durch Hohlwege die eher zu einem MTB passen und über unendlich viele und teilweise auch recht hohe Fahrbahnschwellen, sowie teilweise Kopfsteinpflaster, in meinen Augen alles andere als geeignet. Im IM Prospekt heißt das dann "technisch anspruchsvoll", bei mir einfach "gefährlich".


Freitag besichtigte ich die ebenfalls kurzfristig leicht geänderte Laufstrecke, zuerst per Bike und dann den südlichen ebenfalls mit Hm versehenen Streckenteil auch laufend. Auch keine einfache Strecke, im Prospekt steht "flach", über 200Hm beim Marathon zehren ganz mächtig.


Samstag war dann Race-Briefing und Bike Check-In, das auf der Timeline für's WE angesetzte Testschwimmen wurde kurzfristig gecancelt. Warum konnte mir keiner sagen, aber es liegt die Vermutung nahe, dass die Berufsschifffahrt etwas dagegen hatte, schließlich ist die Maas ein Teil des Rheins, fließt Richtung Rotterdam und ist stark befahren. Also dann halt erst beim Rennen. Zusätzlich kursierte das Gerücht, dass die Maas dzt sogar zu warm für ein Neoschwimmen sei.


Sonntag, Renntag, perfekte äußere Bedingungen, 25°C, Sonnenschein und nicht zuviel Wind,: Wechselzone von 05.00-06.30 geöffnet. Ich bin um 05.30 dort, Reifen Aufpumpen, Wechselsäcke richtig befüllen und abwarten was hinsichtlich Neoverbot ja/nein gesagt wir. Wassertemperatur 22,9°C, alles wie erwartet, Neo erlaubt.

Zurück in unser Quartier, welches nur 200m von WZ und Schwimmstart liegt. Dort rennfertig gemacht und Neo zumindest mal bis zum Bauch angezogen.


30' vor Start soweit fertig bei selbigem eingefunden. 20' vorher an aussichtsreicher Position für einen möglichst frühen Start eingereiht. Zu diesem Zeitpunkt war ich max nervös, mehrfach ließ ich mir neben Aufwärmübungen, auch zum Ablenken, "Ich bin da, weil ich es kann!" durch den Kopf gehen. Und dann pünktlich um 07.00 Uhr, der Startschuss. Die Nervosität weg, Rollingstart mit 2 Startern alle 4". 07.05 Uhr bin ich mit einem Kopfsprung im Wasser, alles funktioniert reibungslos, ich komme gleich in einen guten Rhythmus und mache deutlich Meter. Die Strecke führt 1900m Richtung Süden und dann parallel dazu am Flussufer wieder retour. Die Orientierungsbojen sind relativ weit auseinander, was es ohne vorheriges Testschwimmen nicht einfacher macht. Aber bis auf den scheinbar obligaten Tritt eines Mitstreiters gegen mein linkes Auge, siehe Obertrum, zum Glück aber nicht ganz so stark, geht alles gut und ich verlasse das Wasser nach 1:07 wieder. Nachträglich stellte sich heraus 11. Zeit AK, was anbetracht der vielen guten Schwimmer in den Niederlanden, sehr ok ist.

Rein in T1 ein zügiger Wechsel, knapp über 4' und weiter auf's Rad, Iltschi schert schon mit den Hufen. Diesmal sind die Radschuhe dort wo sie hingehören, Testwettkämpfe machen Sinn! und los geht die wilde Hatz. Wie bereits am Do befürchtet stellt sich sehr schnell heraus, dass die bei einer Spazierfahrt relativ harmlose Strecke im Wettkampftempo, also in Meinem, ihre Tücken hat. Anfänglich versuche ich an einem offensichtlich ortskundigen Niederländer dran zu bleiben, lasse dieses Unterfangen allerdings nach einigen Km sein, denn da muss ich deutlich über meinen, jetzt auch nicht so schlechten technischen Fähigkeiten fahren. Somit bin ich bald recht einsam und muss mir teilweise aufgrund suboptimaler Beschilderung den richtigen Weg suchen. Gleichzeitig Kämpfe ich mit dem ständigen Stop and Go, komme selten in einen brauchbaren Rhythmus. Den Radcomputer fahre ich überhaupt nur zur Zierde, denn nach Wattwerten geht hier gar nix. Bergauf teilweise jenseits der 400, bergab dafür sehr oft 0. Mangelnde Streckenkenntnis und hohes Tempo sind keine sehr erfolgversprechende Kombi. Schließlich schaffe ich es in den für unkundige besser fahrbahren nördlichen Teil und schon bin ich in Runde 2. Mit dem bisschen erworbenen Streckenkenntnis riskiere ich jetzt bei den Abfahrten etwas mehr und versuche möglichst viel Geschwindigkeit aus den Kurven mitzunehmen. Bodenschwellen werden aufgrund des Tempos teilweise fast übersprungen. Materialschonend geht definitiv anders. Zum Glück habe ich Sa vor dem Check-In meine Reifen kontrolliert und mich nach einem zwar kleinen, aber doch Schnitt in der Lauffläche meines Wettkampfvorderreifens kurzfristig zum Wechsel auf das Trainingslaufrad entschieden.


Aber es sollte noch heftiger kommen. Nach einer der schnellsten Abfahrten, Geschwindigkeit jenseits der 60km/h kommt von der gut ausgebauten Straße ein scharfer Linksknick in einen, ich würde sagen, asphaltierten Feldweg. Gemäß dem Credo "Wer später bremst ist länger schnell" wählte ich wohl einen zu späten Bremspunkt und der Griff in die Eisen führte zu einem blockierenden Hinterrad. Schlingernd, aus der Reaktion heraus mit Stotterbremsung, näherte ich mich dem Kurvenaussenrand. Rechtzeitig konnte ich den linken Schuh ausklicken und unter Zuhilfenahme des zum Glück auf Fahrbahnniveau liegenden Gehsteigs als Auslaufzon, brachte ich Iltschi und mich zum Stehen. Ein kurzes "ok" zu den auseinander gesprungenen Zuschauern und weiter ging's. Nach ein paar hundert Meter nochmal ein kurzer Stopp zur Reifenkontrolle, mit Bremsplatten fährt es sich irgendwie anders. Zum Glück keine weiteren Schäden.


Ende Runde 2 dann das Nächste Aufsehenerregende. 2 im Duett unterwegs befindliche belgische Fratzen (junge Athleten) nervten mich. Zuerst überholte mich der Führungsfahrer des Gespann's und kurz darauf folgte sein Schatten, welcher sich dann immer unmittelbar vor mir einreihte und sofort das Treten einstellte um wenigstens ein wenig Abstand zu seinem Leader einzuhalten. 2x überholte ich unverzüglich retour, nach dem dritten Mal hätte ich ihn am liebsten vom Rad getreten, aber weil man das eben nicht darf blieb ich in der Hoffnung hinter ihm, dass die zwei Pommes, vielleicht doch einmal Meter machen würden. Pech dabei dass es auch hier TOs auf MR gibt und der jetzige sich das Schauspiel offensichtlich von hinten angesehen hat und nun mit blauen Karten zur Hand war. Somit standen dann der Nichttreter und ich gemeinsam im Penaltyzelt. Wo sich der Fratz eine kurze Standpaucke von mir in Englisch anhören konnte und nur bedropatzt schwieg. Die restliche Zeit plauderte ich nett mit der Fr TO, welche wie ich jetzt weiß beim IM Austria gestartet ist. Nach 5' ging's weiter. Nach einer weiteren Schrecksekunde auf einem bergauf Stück, ich blickte konzentriert zu Boden und wäre beinahe einer sehr langsamen Athletin hinten auf gefahren, aber eine Notbremsung inkl wiedermal rutschendem Hinterrad verhinderte Schlimmeres. So kam ich schließlich mit einer gar nicht so berauschenden Zeit in T2 und freute mich, dass trotzdem noch so wenige Bikes auf den Racks hingen. Nach dem Rennen dann das für mich so erfreuliche. Bester Bikesplit AK und das mit ein paar Hoppalas.

Ok, aber noch waren wir nicht fertig, schließlich ist es ja ein Triathlon, daher noch ein wenig Laufen.


Wieder ein brauchbarer Wechsel und los ging's, über die "Wilhelminabrug" ins Zentrum von Maastricht und 4 Runden durch die Stadt. Oder wie es im Triathlon so ist 20 Intervalle von Labstelle zu Labstelle. Mit Wasser, auch zum Kühlen, Cola und Orangenstücken, komme ich bekanntlich gut über die Runden und bis nach dem Halbmarathon war auch alles in bester Ordnung, danach begannen sich die Oberschenkel, ob des harten Radfahrens zu melden und ich konnte das Tempo nicht mehr halten auf den letzten Km lief ich ständig an der Krampfgrenze, an soetwas wie einen Schlussspurt war nicht zu denken. Schließlich finishte ich mit der 17. Laufzeit als AK 7.. Gesamtzeit: 10:37:29


Auch wenn es kein Podest wurde einen Top Ten Platz bei einem IM hat auch nicht jeder.





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